{"id":1060,"date":"2015-09-09T08:33:37","date_gmt":"2015-09-09T06:33:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/?p=1060"},"modified":"2015-09-14T09:14:22","modified_gmt":"2015-09-14T07:14:22","slug":"kfw-55-oder-passiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/?p=1060","title":{"rendered":"[UPDATE] KfW 55 und der Energieausweis"},"content":{"rendered":"<p>Nach etwas ungl\u00fccklichen Umst\u00e4nden haben wir nun rund 9 Monate nach Bezug unseres Eigenheims nun den finalen Energiepass und die finale W\u00e4rmeschutzberechnung erhalten. Die erste Fassung war nach einer kleinen \u00c4nderung w\u00e4hrend der Bauphase obsolet geworden und wurde nun durch ein etwas besseres Ergebnis abgel\u00f6st.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Energieausweis.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1061\" src=\"http:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Energieausweis.png\" alt=\"Energieausweis\" width=\"685\" height=\"859\" srcset=\"https:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Energieausweis.png 685w, https:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Energieausweis-239x300.png 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/a>Endenergiebedarf ist die Energie, die unser Haus der Berechnung nach f\u00fcr die Heizung und Warmwasserbereitung verbraucht und die wir tats\u00e4chlich bezahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Prim\u00e4renergiebedarf ist die Energie, die &#8211; im Gesamtbild gesehen &#8211; ben\u00f6tigt wird um das Haus zu heizen. Bei einer Gastherme w\u00e4re das dann auch die Energie die zur Herstellung und Gewinnung von Erdgas ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Und da wird es nun knifflig: KfW55 nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Energiestandard\" target=\"_blank\">EnEV<\/a> heisst: Wir brauchen nur 55% der Prim\u00e4renergie des EnEV Referenzhauses (siehe Energieausweis: <em>&#8222;Die Anforderungswerte der EnEV sind um 45,0% versch\u00e4rft&#8220;<\/em>).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.l-ing.de\/leistungen\/kfw-effizienzhaeuser.html?showall=&amp;start=1\" target=\"_blank\">Hier kann man nachlesen<\/a> wie sich Endenergie und Prim\u00e4renergie berechnen. Ganz kurz:<\/p>\n<blockquote><p>Endenergie Qe = Nutzenergie Qn + Anlagenverluste<br \/>\nPrim\u00e4renergie Qp = Endenergie Qe \u00d7 fp<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei der Endenergie ist das noch recht verst\u00e4ndlich. <em>Nutzenergie<\/em> ist das was z.B. eine W\u00e4rmepumpe an Strom braucht. <em>Anlagenverluste<\/em> verstehen sich auch von selbst.<\/p>\n<p>Aber was ist bei der Prim\u00e4renergie &#8222;<em>fp<\/em>&#8222;? Zitat von eben verlinkter Seite:<\/p>\n<blockquote><p>Der Faktor fp beinhaltet zum einen die Verluste, die bei der Bereitstellung des Energietr\u00e4gers entstehen (beispielsweise F\u00f6rderung, Transport, Raffination, Trocknung oder Lagerung), zum anderen enth\u00e4lt er auch eine politisch oder \u00f6kologisch bestimmte Komponente, die den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df der einzelnen Energietr\u00e4ger bewertet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aha. <em>fp<\/em> = Prim\u00e4renergieumrechnungsfaktor. Vereinfacht gesagt: Je nach Heizsystem kommt ein anderer Faktor zum Einsatz.<\/p>\n<blockquote><p>Beispielsweise hat Holz einen niedrigen Wert fp = 0,2; der Wert fp = 1,1 f\u00fcr Erdgas liegt nahe 1, und der Wert fp = 2,6 f\u00fcr Strom liegt vor allem aufgrund der hohen Energieverluste zur Herstellung des Stroms aus anderen Energietr\u00e4gern sehr hoch.<\/p><\/blockquote>\n<p>D.h. wenn ich mit Holz heizen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich die Prim\u00e4renergie durch den Faktor 0,2 deutlich nach unten dr\u00fccken. Heize ich mit Strom, geht die Prim\u00e4renergie dank des Faktors 2,6 ordentlich nach oben. Tolle Wurst. Eine holzbasierte Heizung wird also &#8222;belohnt&#8220; und eine strombasierte Heizung\u00a0wird &#8222;bestraft&#8220;.<\/p>\n<p>Jetzt baut man ja ein vermeintlich energieeffizientes Haus nach KfW 70 bis runter zu KfW 55 oder sogar KfW 40. Und der &#8222;KfW Standard&#8220; orientiert sich an der Prim\u00e4renergie&#8230;Meist wird KfW xx erreicht durch ein Heizsystem das einen g\u00fcnstigen <em>fp<\/em> Faktor hat (Pellet, Luftw\u00e4rmepumpe, &#8230;). Ergebnis: Einen niedrigen Prim\u00e4renergiebedarf, also ein vermeintlich g\u00fcnstig zu heizendes Haus. Doch das t\u00e4uscht: Das was am Ende auf der Heizkostenrechnung steht ist nicht die Prim\u00e4renergie, sondern die Endenergie.<\/p>\n<blockquote><p>Die auf dem Markt angebotenen KfW-Effizienzh\u00e4user haben alle eines gemeinsam: Es ist immer eine W\u00e4rmepumpe oder ein Pelletofen vorhanden, weil es hier einen g\u00fcnstigen Prim\u00e4renergieumrechnungsfaktor gibt (z. B. gilt f\u00fcr Holz = 0,2). Wenn dieselben H\u00e4user mit z. B. einer Gastherme berechnet werden, steigen die Prim\u00e4renergiewerte sehr stark an (3- bis 5-fache Werte) und es sind pl\u00f6tzlich keine KfW-Effizienzh\u00e4user mehr. Wenn ein Geb\u00e4ude \u00fcber einen Endenergiewert von z. B. 100 kWh\/m\u00b2 im Jahr verf\u00fcgt <del>(Passivhaus = 15 kWh\/m\u00b2a)<\/del> und Sie mit Holz heizen, dann betr\u00e4gt der Verbrauch an Prim\u00e4renergie 20 kWh\/m\u00b2 im Jahr! Nur zahlen Sie leider keine Prim\u00e4renergie, sondern eben Endenergie! An der D\u00e4mmung usw. wurde also nichts ver\u00e4ndert, sondern nur am Energieerzeuger.<br \/>\nOder anders ausgedr\u00fcckt: Bei der Verwendung einer Gastherme wird das Geb\u00e4ude nur wieder zum KfW-Effizienzhaus, indem viel mehr D\u00e4mmung eingebaut wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man kann also ein &#8222;altes, verschwenderisches Haus&#8220; mit einer Holzheizung &#8222;prim\u00e4renergetisch&#8220; aufwerten und w\u00fcrde rechnerisch (basierend auf der Prim\u00e4renergie) besser dastehen wie ein neues, energiesparendes Haus&#8230; Verr\u00fcckte Sache, oder?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend laut der W\u00e4rmeschutzberechnung das Referenzgeb\u00e4ude mit einer \u00d6lheizung mit pf=1,1 ausgestattet ist, haben wir eine Erdw\u00e4rmeheizung mit pf=2,6. Das &#8222;perverse&#8220; daran ist: rund 75%\u00a0der Energie die wir f\u00fcr die Heizung und Warmwasserbereitung brauchen, kommt aus dem Erdreich. Der Rest ist Strom. Man sollte also meinen dass eine Erdw\u00e4rmeanlage einen besonders guten Faktor hat. Aber Pustekuchen.<\/p>\n<p>Dank der guten Isolation und D\u00e4mmung ist aber der Endenergiebedarf schon seeeehr niedrig, so dass da auch der schlechte pf=2,6 da nichts mehr ausrichten kann und wir dennoch bei KfW55 bleiben.<\/p>\n<p>Unter&#8217;m Strich: Die Prim\u00e4renergie-Angabe ist &#8222;f\u00fcr&#8217;n Popo&#8220; und interessiert eigentlich nur die KfW-Bank. Was z\u00e4hlt und das Haus im Endeffekt auszeichnet ist die Endenergie. <del><\/del><\/p>\n<p>Wer jetzt neu baut, muss sich also durchrechnen ob die Mehrkosten f\u00fcr die evtl. notwendige D\u00e4mmung um KfW xx zu erreichen sich gegen\u00fcber den g\u00fcnstigen KfW Krediten rechnen. In unserem Fall lag zwischen der Entscheidung KfW70 oder KfW55 nur rund 2000EUR (ich konnte es auch nicht glauben und habe extra 2x nachgefragt). Da haben wir nicht lange gefackelt und sind bei den urspr\u00fcnglich geplanten KfW55 geblieben. Das ist sicherlich nicht bei jeder Hausbaufirma der Fall. Von daher ein gro\u00dfes Lob an die <a href=\"http:\/\/www.hauck-hausbau.de\/\" target=\"_blank\">Fa. Hauck<\/a> die von Haus aus schon eine sehr gute Bausubstanz bietet.<\/p>\n<p><strong>[UPDATE 11.09.2015 08:53]<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube viele Seiten und auch hier und da Wikipedia bringt die vielen &#8222;Energietypen&#8220; durcheinander. W\u00e4hrend oben verlinkte Seite davon spricht dass ein Passivhaus eine <strong>Endenergie<\/strong> von &lt;=15kWh pro Jahr und Quadratmeter braucht, findet sich an anderer Stelle dann mehrfach die Info, dass die 15kWh sich auf den <strong>Heizw\u00e4rmebedarf<\/strong>, kurz HWB oder als Formelzeichen qH bzw. Qh (je nachdem wo man es liest) abgek\u00fcrzt. Siehe auch: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Energiestandard\">Energiestandard<\/a>.<\/p>\n<p>In unserer W\u00e4rmeschutzberechnung steht ein Heizw\u00e4rmebedarf von 36,53kWh\/m\u00b2a. Das wiederum entspricht ca.\u00a0KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2009).<\/p>\n<p>Nach dieser Definition sind wir mit unserem Haus nach wie vor im KfW55 Standard, aber doch ein St\u00fcck weit vom Passivhaus entfernt. Ich werde mal die oben besagten Energieexperten anschreiben und um Aufkl\u00e4rung bitten.<\/p>\n<p>Derweil habe ich den Artikel entsprechend angepasst und die offensichtlich falschen Passagen bzgl. Passivhaus entfernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach etwas ungl\u00fccklichen Umst\u00e4nden haben wir nun rund 9 Monate nach Bezug unseres Eigenheims nun den finalen Energiepass und die finale W\u00e4rmeschutzberechnung erhalten. 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