{"id":213,"date":"2013-09-08T16:46:58","date_gmt":"2013-09-08T14:46:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/?p=213"},"modified":"2013-09-27T08:37:28","modified_gmt":"2013-09-27T06:37:28","slug":"die-angst-vor-der-bohrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.familie-christian.com\/hausbau\/?p=213","title":{"rendered":"Die Angst vor der Bohrung"},"content":{"rendered":"<p>Wie ich sicherlich schon in einem meiner vorherigen Artikel erw\u00e4hnt habe, m\u00f6chten wir unser zuk\u00fcnftiges Eigenheim mit einer Umweltfreundlichen Sole-Wasser-W\u00e4rmepumpe heizen. In der \u00dcberlegung stand auch eine Luft-Wasser-W\u00e4rmepumpe. In Anbetracht der Strompreisentwicklung der letzten Jahrzehnte und den allgemein gestiegenen Energiekosten, m\u00f6chten wir nicht von vornherein auf eine Heizunganalage setzen, die bei sehr niedrigen Au\u00dfentemperaturen zu 100% die Energie aus dem Strom gewinnt. Die Erdw\u00e4rmeanlage erreicht unabh\u00e4ngig von der Au\u00dfentemperatur eine Effizient von bis zu Faktor 5 (aus 1kWh Strom wird bis zu 5kWh W\u00e4rme), im Gegensatz zur Luftw\u00e4rmepumpe, die dann einen Faktor von 1 hat (aus 1kWh Strom wird 1kWh W\u00e4rme).<\/p>\n<p><!--more-->Nat\u00fcrlich ist es uns bewusst dass die meiste Zeit im Jahr die Au\u00dfentemperatur nicht derma\u00dfen niedrig ist. Aber da keiner wei\u00df wohin sich der Strompreis entwickelt, gehen wir auf Nummer sicher und setzen auf die effizienteste W\u00e4rmequelle die es zur Zeit gibt: Erdw\u00e4rme.<\/p>\n<p>Dazu braucht es nat\u00fcrlich eine Erdw\u00e4rmesonde. Die oberfl\u00e4chennahen Sonden finde ich zu aufwendig in der Einbringung und zu wenig effektiv. Deshalb bleibt eigentlich nur noch die Sondenbohrung.<\/p>\n<p>Wie ich jetzt wei\u00df, muss eine solche Bohrung eigentlich einen Abstand von 5m zum direkten Nachbargrundst\u00fcck und 5m zur Mitte einer angrenzenden Stra\u00dfe haben.<\/p>\n<p>H\u00e4tten wir das fr\u00fcher gewusst\/realisiert, h\u00e4tten wir unser Haus vermutlich ein wenig anders platziert. Denn nun haben wir folgendes Problem:<\/p>\n<p>Geplant war eine Bohrung auf dem ca. 3m breiten Streifen zwischen Haus und Stra\u00dfe, eben vor dem Technikraum wo die Heizungsanlage hinein soll. Wer beim lesen mitdenkt wei\u00df gleich: &#8222;Moment, 3m vor dem Haus, das wird vielleicht mit der Stra\u00dfe eng.&#8220;. Und genau so ist es: Wir haben keinen Gehweh zwischen Grundst\u00fcck und Stra\u00dfe, weswegen bei einer Stra\u00dfenbreite von 5m die Bohrung 2,5m ins Grundst\u00fccksinnere positioniert werden muss. Nach weiteren 50cm st\u00fcnde bei uns aber schon die Fassade.<\/p>\n<p>Laut Bohrfirma sollten wir aus Platzgr\u00fcnden f\u00fcr das Bohrger\u00e4t ca 1,8m vom Haus Abstand halten. Somit w\u00e4re der Abstand zur Stra\u00dfenmitte nur noch 4,1m statt 5m.<\/p>\n<p>Nun, f\u00fcr solche F\u00e4lle gibt es eine L\u00f6sung: Eine Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung des Nachbarn auf der anderen Stra\u00dfenseite bzw. des angrenzenden Grundst\u00fccks.<\/p>\n<p>Hintergrund ist der: Im Rhein-Neckar-Kreis sagt das zust\u00e4ndige Amt, dass Sondenbohrungen (eigentlich) zueinander einen Abstand von 10m haben sollten. Wenn jetzt rechts und links von einer Stra\u00dfe beide Parteien eine Bohrung durchf\u00fchren m\u00f6chten, dann kommen sie sich nicht in die Quere wenn jeder 5m zur Stra\u00dfenmitte Abstand h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Mit der Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung erkl\u00e4rt der Nachbar sich also einverstanden, dass die Bohrung um X Zentimeter oder Meter n\u00e4her an seinem Grundst\u00fcck sitzt, und dass im Falle einer eigenen Bohrung verst\u00e4rkt auf den passenden Abstand von 10m zu achten ist.<\/p>\n<p>Nun gab es vor einiger Zeit bei verschiedenen Sondenbohrungen Probleme, die zum Teil richtig ins Geld gingen und bei angrenzenden H\u00e4usern massiv Sch\u00e4den verursacht hat. Ich kann die Besorgnis von Nachbarn durchaus nachvollziehen. Aber man sollte sich vorher informiert haben und man kann und sollte dann nicht \u00c4pfel mit Birnen gleichsetzen (vergleichen ist erlaubt, aber gleichsetzen ist nicht unbedingt ideal).<\/p>\n<p>Beispiel Staufen im Breisgau: Ursache f\u00fcr die Probleme dort war\u00a0Anhydrit (wasserfreier, dehydrierter Gips). Bei Kontakt mit Wasser quillt der trockene Gips auf und dr\u00fcckt in alle Richtungen. So auch nach oben.<br \/>\nZitat Wikipedia:<em> &#8222;Schadensursache sind auch ungen\u00fcgende geologische Recherchen (Kosteneinsparung) und zu gro\u00dfe Bohrneigung durch &#8222;preiswerte Bohrungen&#8220; (Kosteneinsparungen). Hier wurde an falscher Stelle gespart.&#8220;<\/em> (Quelle:\u00a0<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erdw%C3%A4rme#Staufen_im_Breisgau\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erdw%C3%A4rme#Staufen_im_Breisgau<\/a>)<\/p>\n<p>In unserem Ort kenne ich bereits drei private Erdw\u00e4rmebohrungen, durchgef\u00fchrt von zwei Bohrunternehmen (das Unternehmen mit zwei Bohrungen ist auch das, das bei uns bohren wird). Bei keiner der Bohrungen ist man auf Anhydrit oder eine andere Problemschicht gesto\u00dfen. Geologen und Gutachter waren anwesend und haben regelm\u00e4\u00dfig Proben genommen und alles \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Weitere Problem-Beispiele sprechen von Absinkung des Grundwassers und Auswaschungen\/Hohlraumeinst\u00fcrzen, die zur Folge hatten, dass das Erdreich \u00fcber der Bohrung abgesunken ist.<\/p>\n<p>Nun, ich bin weder Geologe noch Experte. Aber wenn das Bohrloch nach der Bohrung und Einf\u00fchren der Sonde unter Hochdruck von unten nach oben mit einer nun vorgeschriebenen F\u00fcllmasse (vor einigen Jahren was das wohl noch nicht vorgeschrieben) verf\u00fcllt wird, m\u00fcsste man eigentlich sicher sein, dass da kein flie\u00dfendes Wasser irgend etwas ausw\u00e4scht, oder die Bohrung in sich zusammenf\u00e4llt. Denn es wird soviel verf\u00fcllt bis das Loch voll ist. Sie auch:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.lgrb.uni-freiburg.de\/lgrb\/download_pool\/Leitfaden_-_Nutzung_von_Erdwaerme.pdf\">http:\/\/www.lgrb.uni-freiburg.de\/lgrb\/download_pool\/Leitfaden_-_Nutzung_von_Erdwaerme.pdf<\/a>, Seite 20, letzter Punkt.\u00a0Zitat: <em>&#8222;Nach Einbau der Sonde ist der Bohrlochringraum vollst\u00e4ndig mit Zementsuspension, ausgehend vom Sondenfu\u00df, von unten nach oben gem\u00e4\u00df VDI 4640 <strong>zu verpressen.<\/strong> [&#8230;]<\/em><strong><\/strong><em><strong>\u00a0<\/strong>F\u00fcr die Verpressung wird ein Bentonit-Zement mit einem Mindestgehalt von 4 % Montmorillonit empfohlen. Die Suspension muss nach Erh\u00e4rtung dauerhaft dicht und best\u00e4ndig sein. Die Daten der Zementation sind zu protokollieren. Von der aus dem Bohrloch austretenden Zementsuspension ist eine R\u00fcckstellprobe zu entnehmen und mindestens bis 1 Monat nach Versand des Protokolls zum Bau der Erdw\u00e4rmesonde aufzubewahren.&#8220;.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Auch hab ich gelesen: Selbst beim Bohren wird geschaut ob das was an Wasser als Sp\u00fcll\u00f6sung eingebracht wird, wieder in passender Menge aus dem Bohrloch austritt, oder ob dies im Bohrloch &#8222;verschwindet&#8220;. Passt die eingef\u00fchrte Wassermenge nicht zur austretenden Wassermenge, so wird die Bohrung umgehend abgebrochen und das Loch entsprechend verf\u00fcllt\/verpresst.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich kann man &#8211; so der Geologe der von uns beauftragten Bohrfirma &#8211; die geologischen Gegebenheiten der Problembohrungen (welche offenbar von vornherein &#8211; im Gegensatz zu unserer Region &#8211; als &#8222;Problemzonen&#8220; eingestuft wurden) mit denen bei uns im Ort nicht vergleichen. Und nach allem was ich gelesen und recherchiert habe, glaube ich ihm das.<\/p>\n<p>Und das beste zum Schluss: Die f\u00fcr die Bohrung relevante VDI Norm, so unser Geologe, beschreibt einen Abstand von 6m, und nicht wie der Rhein-Neckar-Kreis vorgibt 10m. In anderen Kreisen sind es n\u00e4mlich nach wie vor 6m.<\/p>\n<p>Laut seinen Aussagen k\u00f6nnte es sogar sehr gut sein, dass die 10m vor Gericht nicht bestehen w\u00fcrden, und somit die 6m der VDI-Norm greifen. Und mit 6m h\u00e4tte es diesen HickHack den es jetzt bei uns gab erst gar nicht gegeben. &#8211;&gt; Verr\u00fcckte Welt. Aber was will man machen. So ist es halt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ich sicherlich schon in einem meiner vorherigen Artikel erw\u00e4hnt habe, m\u00f6chten wir unser zuk\u00fcnftiges Eigenheim mit einer Umweltfreundlichen Sole-Wasser-W\u00e4rmepumpe heizen. In der \u00dcberlegung stand auch eine Luft-Wasser-W\u00e4rmepumpe. 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