Unsichtbare Überströmöffnungen

Um was geht’s hier? Nun. Wenn man in einem modernen Haus wie unserem eine Lüftungsanlage verbaut, dann gibt es oftmals zwei Varianten:

  1. ZU- und AB-Luft-Öffnungen in jedem Raum
  2. ZU-Luft in einem Raum, AB-Luft in einem anderen

Die erste Variante sieht man häufig in Bürogebäuden, Geschäften etc… Am einen Ende des Raumes wird frische Luft zugeführt und am anderen wird die „verbrauchte“ Luft abgezogen. Bin kein Lüftungsexperte, aber im Wohnungsbau wird man wohl eher die zweite Variante finden:

In Schlaf und Wohnräumen wird frische Luft benötigt. Also wird hier Frischluft zugeführt. In Küche, HWR/Technikraum/Keller, sowie im Bad wird eher „schlechte Luft“ erzeugt. Sei es durch Kochen, Duschen/Baden (Wasserdampf, Deo-Nebel, …) oder Wäsche waschen/trocknen. Hier gibt es dann entsprechende Abluft-Öffnungen.

Die Räume dürfen bei dieser Konstellation nicht „dicht“ sein. Es bedarf einer „Überströmöffnung“ damit die Luft von einem „Zuluft-Raum“ zu einem „Abluft-Raum“ strömen kann. Man kann dies in Form eines Lüftungsgitters am unteren Ende der Tür ermöglichen. Oder man setzt die Tür höher ein oder sägt unten ein Stück ab (macht sie kürze), oder man wird – weil alles bisherige doof ausschaut – erfinderisch. Die Folgende Idee ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich hab sie nur „kopiert“.

IMG_20141231_134419Man nehme ein wenig Restholz und das Querteil der Zarge. Das Restholz setzt man so zusammen, dass man sich eine „Führung“ für eine Oberfräse hat. Mit dieser fräst man dann rechts und links am Zargenoberteil die Zarge an der Innenseite etwas ein. Wieviel? Hängt von der Zarge ab. Bei mir sind es rund 13mm.

Die zusammengebaute und fertig gefräste Zarge sieht dann so aus:

IMG_20150205_191001Durch die Einfräsung kann Luft oben in die Zarge (zwischen Wand und Zarge) einströmen, zwischen Zarge und Türsturz auf die andere Seite und wieder aus der Zarge ausströmen.

Wenn die Zarge verbaut ist sieht man von der Öffnung nichts. Durch die Form der Öffnung (kein direkter Durchgang, sondern um gut vier ecken) ist diese Lösung auch noch gut schallisolierend.

Die Zuluft-Öffnungen sind bei uns alle über Luftauslässe im Boden, die Abluft ist in den Bändern etc. an der Decke bzw. an der Wand (möglichst hoch) gelöst.

Nur die Zimmer mit den Zuluft-Öffnungen haben die Überströmöffnung über die Türzarge. Dadurch ist sichergestellt, dass die Luft einmal diagonal (vom Boden am einen Ende des Raumes, über die Türzarge am anderen Ende des Raumes) durch den Raum muss. Bei den Bädern etc. habe ich das Türblatt ein wenig höher eingebaut, so dass die Abluft ebenfalls diagonal quer durch den Raum muss (einströmend unter der Tür und ausströmend über die Decke).

Natürlich schließen unsere Zimmertüren nicht so extrem dicht ab dass die Luft immer nur über die Zarge strömt. Aber das ist die vom Querschnitt her größte Öffnung und auch der Luftstrom nimmt den einfachsten weg mit dem geringsten Widerstand.

Soviel dazu. Vielleicht steht ja jemand vor der selben Frage und hat nun eine passable Lösung die er „kopieren“ kann.

 

 

 

2 Gedanken zu „Unsichtbare Überströmöffnungen

    • Es gibt meines Wissens nur die beiden genannten Systeme:

      1) ZU- und ABLUFT für jeden Raum
      2) ZULUFT in einem, ABLUFT in einem anderen Raum

      Wir haben eben ein System in Variante 2).

      D.h. man braucht eine Überströmöffnung. Entweder ich bau mir hässliche „Gitter“ in die Zimmertüren, oder ich mache es so wie oben beschrieben.

      An „Gegebenheiten“ kann man bei einem Neubau nichts anpassen, da ja „nichts gegeben“ ist und man die absolut freie Systemwahl hat.

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