Erste Wartung der Lüftungsanlage

Seit unserem Einzug sind nun fast 4 Monate vergangen und unsere Lüftungsanlage meldete sich nun kürzlich mit einem Ausrufezeichen im Display. Laut Handbuch: Wartung…

Die Sache war recht schnell erledigt: Die zwei Schnappverschlüsse am Gerät lösen und den Frontdeckel abnehmen. Und schon liegt das „Innere“ frei:

IMG_20150403_094048In der Mitte sitzt normalerweise der Wärmetauscher. Das Foto habe ich leider geschossen nachdem ich diesen und die Filter herausgezogen habe. Aber es demonstriert schön: Im Gerät ist es noch sehr sauber. Lediglich am Boden liegen ein paar Mini-Fliegen die es tatsächlich am Filter vorbei geschafft haben. Liegt wohl daran, dass ich beim letzten Gerätecheck nicht so sauber auf die Arretierung der Filter geachtet habe… Wie dem auch sei: Das Gerät ist fast tip-top sauber. Ein wenig Küchenpapier und Glasreiniger und die Sache ist erledigt. Weiter geht’s an die zwei Grobfilter G4 und den Pollenfilter F7 .

Zuerst der Grobfilter für die Außenluft. Man sieht es ihm an dass es der Außenluftfilter ist. Es hängt die eine oder andere Mücke im Filter und er ist „nur“ etwas grau:IMG_20150403_092528

Nach einer Behandlung mit Wasser und einem Tropfen Spüli sieht die Welt schon wieder besser aus:IMG_20150403_093005Laut Handbuch ist es kein Problem die Filter zu waschen. Aber hin und wieder sollte man sie austauschen. So wie sich die Filtermatte nach dem Waschen gibt, gehe ich davon aus, dass ich locker ein Jahr mit einem Satz Filter auskomme. Im Netz gibt es Ersatzfilter zum Zuschneiden. Da kostet 1x1m 10-15EUR. Wäre also kein finanzieller Beinbruch. Aber wir werden sehen wie oft ich die Filter waschen kann bevor zu zu „labbrig“ werden und getauscht werden müssen.

Weiter geht’s mit dem Abluftfilter. Das ist der Grobfilter für die Luft von den Räumen in das Gerät hinein. Dieser sieht schon viel schlimmer aus:

IMG_20150403_093132 IMG_20150403_093157Au weia.. Da sieht man eine deutliche Dreckschicht. Aber nach der Wasser+Spüli Behandlung sieht auch dieser Filter wieder aus wie neu. Erstaunlich wie gut der Filter den Dreck aus der Luft gezogen hat. Sonst würde es im Gerät selbst wohl auch so aussehen.

Die Vermutung liegt hier nun nahe, dass der Dreck auf den Filtern noch Reststaub und Dreck von letzten den Bauarbeiten mit einschließt, bzw. der Baustaub vom Putzen nochmal aufgewirbelt und in die Lüftung geraten ist (während der Bauphase lief die Lüftung natürlich nicht).

Es wird sich zeigen ob in 4 Monaten beim nächsten Wartungsintervall die Filter wieder so aussehen und ich den Wartungsintervall ggf. von 4 Monaten auf 3 Monate runterschraube.

Weiter geht’s zum Pollenfilter. Laut Handbuch soll man diesen einfach mit einem Pinselaufsatz am Staubsauger absaugen:

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Ein wirkliches Vorher-Nachher-Bild kann ich nicht liefern. Die Bilder sehen identisch aus. Die Verfärbung hat sich durch das absaugen nicht verändert. Im Handbuch wird empfohlen den Pollenfilter 1x pro Jahr, bevorzugt im Herbst zu ersetzen. Bei größerer Verschmutzung ggf. auch schon früher/öfter. Ich werde den Filter im Auge behalten und den Wechsel für den Herbst ansetzen. Ein neuer Originalfilter vom Hersteller kostet rund 75EUR. Im Netz findet man den originalen Herstellerfilter für ca. 50EUR und einen Nachbau für ca. 25EUR.

Nun wird’s richtig dreckig: Die Filter in den Abluftöffnungen in den Räumen:

Abluftventil aus dem Bad im EG

Abluftventil aus dem Bad im EG

Wie der Helios-KWL-Kenner unschwer erkennen kann, habe ich meine Abluftventile nicht fest verschraubt, sondern nur in das Rohr gesteckt. Hebt prima und man kann es zum Reinigen ohne Werkzeug einfach wieder heraus ziehen.

Abluftventil aus dem Bad im EG

Abluftventil aus dem Bad im EG

Das Ventil selbst hat hier in da ein paar Flusen und Staub am Kunststoff hängen. Unter fließendem Wasser ist das schnell abgespült. Der Filter aber hat es in sich:

Filter im Abluftventil aus dem Bad im EG

Filter im Abluftventil aus dem Bad im EG

Hier ging wohl wirklich nicht mehr viel Abluft durch… Aber wie schon bei den Grobfiltern im Lüftungsgerät selbst: Wasser + Spüli und der Filter ist wie neu:

Gereinigter Grobfilter eines Abluftventils

Gereinigter Grobfilter eines Abluftventils

Beim Filter in der Küche hatte ich schlimmeres vermutet. Eben weil wir fast 4 Monate ohne Dunstabzugshaube gekocht haben und da wohl einiges an Fett mit drin hängen dürfte. Aber Fehlanzeige:

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Filter Abluftventil Küche

Der Filter im Bad im Dachgeschoss (welches sich noch im Bau befindet und deshalb nicht genutzt wird), sah aus wie der Filter vom Bad im Erdgeschoss.

Der Filter vom Flur im Dachgeschoss sah einen ticken besser aus:

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Filter Abluftventil Flur Dachgeschoss

Ich tippe mal als Ursache für den etwas saubereren Filter im Flur auf den Umstand, dass die Abluftventile im Bad und in der Küche – im Gegensatz zum Abluftventil im Flur – mit jeweils 2x75mm Abluftrohren angeschlossen sind und hier ein größerer Luftdurchsatz gegeben ist.

Der aufmerksame Leser und Lüftungsanlagen-Skeptiker wird sich nun vielleicht bestätigt fühlen und sich an die Horror-Videos bzgl. Lüftungsanlagen erinnern. Hier wurde im Fernsehen schon mehrfach gezeigt, dass sich ganze Biotope in den Lüftungsanlagen ansammeln und teure Reinigungsdienste beauftragt werden müssen die die Anlage reinigen.

Auch ich habe diese Videos gesehen und hatte anfangs sorgen. Aber nachdem ich gesehen habe, dass es deutliche Unterschiede bei den Lüftungsrohren gibt (Alu/V2A-Flexrohr vs. Helios Flexpipe), war meine Sorge schon etwas minimiert. Und wenn man sich dann noch überlegt dass man Abluftventile mit Filtern statt ungefilterte Abluftventile zu verwenden und noch bedenkt dass die Zuluft-Leitungen eigentlich gar nicht richtig verschmutzen können (da grob- und pollengefilterte Frischluft), ist das ganze nur noch halb so wild.

Nichts desto trotz habe ich selbst den Test gemacht. Gut, die Anlage war bisher nur 4 Monate in Betrieb. Aber in Anbetracht des Drecks der sich auf den Filtern gesammelt hat, war es erstaunlich, dass ein weißes, angefeuchtetes Stück Küchenpapier nach einem Wischtest im Rohr (soweit die Hand reinreicht) noch absolut strahlend weiß war. Absolut nichts zu sehen. Aber es gibt noch mehr zu sehen, bzw. weniger… Wie man’s nimmt:

Im Technikraum laufen alle Lüftungsrohre in zwei großen Kästen zusammen, getrennt für Zu- und Abluft:

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Ab- und Zuluft-Sammler im Technikraum während des Einbaus der Lüftungsanlage

Die Kästen haben einen Wartungsdeckel den man mit 6 Schrauben einfach abnehmen kann. Innen ist der Kasten schallgedämmt. Nach dem Abschrauben und den „Finger-Staub-Test“ sah der Deckel so aus:

IMG_20150403_104739Eine hauchdünne Staubschicht überzieht den vermutlich wohl „gummierten“ Schaumstoff des Abluft-Kastens. Wenn man bedenkt dass aus versehen die Lüftungsanlage während des abschleifen des Estrichs lief (damals hatte ich die Filter gleich gereinigt), ist dieser Micro-Staubfilm eigentlich „okay“.

Und wenn der Kasten schon mal offen ist, kann man auch gleich ein Foto der Rohrleitungen machen:

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Bis auf ein paar Fingerabdrücke: Alles tip-top sauber.

Zum Schluss habe ich noch die Zuluft-Schächte kontrolliert. Aber hier gab es wieder gar nix zu sehen. Absolut staubfrei.

Die ganze Prozedur hat keine 30min gedauert. Fensterputzen dauer länger…

Bisheriges Fazit: Eine Lüftungsanlage zu haben ist toll. Sie funktioniert bei richtiger Einstellung absolut zufriedenstellen und man hat nicht zwingend das Bedürfnis das Fenster aufzureißen um zu lüften.

Die laufenden Kosten sind gering. Die Einsparnis in Bezug auf das korrekte Lüften der Wohnung mit Wärme- und Feuchterückgewinnung kann ich noch nicht beziffern. Aber der gewonnene Komfort ist die Anschaffung auf jeden Fall Wert.

Ein weiteres Update zu diesem Thema gibt es in 3-4 Monaten. Stay tuned …

6 Gedanken zu „Erste Wartung der Lüftungsanlage

  1. Hallo Alex,

    wie sieht es mit der 2.,3.,4. Wartung aus? Ist noch alles einigermaßen sauber? Ich fand diesen Beitrag ganz interessant. Wir haben denke ich die gleiche Lüftungsanlage. Jedoch haben wir andere Ablufttellerventile, ohne Filter. Aber bei dem Staub, den du dort fotografiert hast, hätte ich auch gern Filter hierin…
    Meinst du, man kann einfach welche mit einlegen, oder habt ihr spezielle Abluftventile. Unsere sind aus Kunststoff und rund.
    Hast du auch schon mal die Ventilatoren der Anlage ausgebaut und gereinigt? Da traue ich mich nicht ran. Wäre nett, wenn du Bilder davon hättest und dein Vorgehen beschreibst.
    Also – ich freue mich auf ein neues Update deiner Lüftungsanlage.

    VG,
    Doreen

    • Die weiteren Wartungen verliefen ähnlich. Aber ich hab die Reinigungsintervalle auf 3 Monate verkürzt und werde die nächste mal testweise nach 2 Monaten machen. Die Abluft-Filter sind immer total eingedreckt, so dass die Anlage sicherlich schlechter Luft bekommt (und dann auch mehr Strom braucht).

      Die Rohrleitungen sind eigentlich noch sauber. Ansatzweise kann man am grauen Plastik des Einsatzes (an dem das Rohr in der Wand/Decke angeschlossen ist) einen leichten Staubfilm erkennen. Wenn ich aber mit der Hand ins Rohr hinein lange, dann ist da nix mehr.
      Ich tippe mal darauf das liegt an den stark verdreckten Filtern und der Anlage die dann versucht „am Filter vorbei“ die Luft abzuziehen.

      In einem Monat ist dann die nächste Wartung fällig. Da schau ich dann auch mal wieder in den Luft-Verteilerkasten der im Technikraum an der Decke hängt.

      Unsere Vebtile sind (bis auf eines) die „Helios Design Ventile“. Die haben diese runden Filtermatten.
      Es gibt auch die „normalen“ Ventile in rund. Da wird dann keine runder Filter eingelegt, sondern es muss ein „Filterhütchen“ hinten angesteckt werden (z.B. Kegelfilter G3 passend für Ablufttellerventile DN125 (5 Stück)).

      Die Ventilatoren ausbauen ist kein Thema. Die Flügelschraube aufdrehen (geht von Hand ganz einfach) und dann einfach herausnehmen. Hinter dem Ventilator sind zwei Kabel mit je einem Stecker. Sicherlich ist es egal welchen Stecker man auf welche Buchse steckt. Aber ich habe die STecker mit einem Edding sicherheitshalber „markiert“ so dass ich sie nicht verwechseln kann.

      Die Lüfter an sich sind schon etwas stärker verschmutzt. Aber keine dickere Staubschicht, sondern eher ein Staub/Schmierfilm. Hab die bis dato einfach mit einem Pinsel versucht zu reinigen. „Geht so“. Beim nächsten mal werde ich einen Pinsel in Isopropanol tauchen und damit versuchen die Lamellen am Ventilator sauber zu bekommen. Isopropanol wird u.A. in der Elektronik zum reinigen von Platinen benutzt. Ist also für den Lüfter unschädlich (solange du ihn nicht darin badest). Das Zeugs bekommt man in der Apotheke oder auch bei Amazon.

      Was mich an der Anlage ein wenig stört ist, dass ich mir nie sicher bin ob die Filter in der KWL so sitzen, dass die Luft nicht dran vorbei kann. Da hätte ich mir im Nachhinein eine etwas präzisere Fertigung gewünscht. Mal sehen wie sich das in Zukunft verhält. Die KWL reinige ich im inneren mit normalem Glasreiniger und Küchenpapier.

      Bei der nächsten Reinigungsaktion werde ich mal genauere Bilder machen. Auch von den Ventilatoren.

  2. Hallo,

    Bin gerade schockiert, wir haben eine KWL im Einsatz seit ca. 9 Monaten. Sind halt auch noch mit nacharbeiten zugange. Was mir unklar war, dass man Filter bei den Abluftventilen haben sollte. Sieht echt nicht lecker aus. Sind dort Filter den Pflicht oder nur Empfehlungen? Wurden wir hier ggf. Über die Ohren gehauen?

    Viele Grüße

    • Hallo Olli,

      soweit ich weiß gibt es nicht mal eine Pflicht für die KWL an sich. Du könntest ja über die Fenster lüften…
      Aber Filter VOR dem Abluftrohren macht schon Sinn.
      Solche „Filterkegel“ oder „Filterhütchen“ kann man – soweit ich weiß – bei fast allen „herkömmlichen/einfachen“ Abluftventilen/Abdeckungen anbringen:

      Kegelfilter G3 passend für Ablufttellerventile DN125 (5 Stück)

      Das kostet nicht die Welt und hält die Rohre länger sauber. Die KWL funktioniert auch mit dreckigen Rohren. Und für die Raumluft sollten dreckige Rohre eigentlich auch egal sein (ist ja Abluft und nicht zuluft). Aber wenn man VOR der KWL Dreck schon vermeiden kann… wieso nicht.

      Der Nachteil dieser Filter: Die KWL „atmet“ etwas schwerer und braucht u.U. ein wenig mehr Strom. Hab das noch nicht nachgeschaut, aber der Mehrverbrauch bei sauberen Filtern sollte meiner Einschätzung nach verschwindend gering sein.

      • Hi,
        Wir habe auch eine Helios 500 im Haus verbaut. Ich mache unsere Abluftventilfilter mittlerweile alle 4 Wochen sauber, weil sie da genau so aussehen wie nach dem ersten halben Jahr. Die Zuluft-Fillter mache ich nur wenn die Anlage einen Filterwechsel anzeigt.

        Habt ihr die Anlage von Helios einregulieren lassen?

        Wir sind im großen und ganzen auch Zufrieden mit der Anlage, aber morgens lüften wir die Schlafzimmer trotzdem noch zusätzlich über die Fenster weil es die Lüftungsanlage selbst erst bis Mittag schafft das man absolut frische Luft hat.
        Deshalb helfen wir morgens kurz manuell nach 😉

        Ich habe mir gerade dieses Reinigungsset für die Rohre bestellt, mal sehen was sich in den Leitungen so findet

        Gruß Mathias

        • Nein, wir haben’s selbst einreguliert. Funktioniert bisher ganz gut, kann mich in keinem Zimmer über schlechte Luft beschweren. Schlafzimmer-Fenster öffnen wir eigtl. nur, falls es uns doch mal „zu warm“ wird.

          Die Filter in den Ventilen reinigen wir so ca. alle 2 Monate (dann ist’s aber auch notwendig). So 1-2x im Jahr tausche ich die Filtereinsätze in den Ventilen (weil das Vlies-Material dann langsam „schwächelt“).
          Pollenfilter wird im Herbst/Anfang Winter gewechselt.

          Ich kontrolliere regelmäßig auch die „Rohrverschmutzung“: Ich nehme ein weißes Staubtuch und wische im Rohr, soweit ich mit der Hand hinein komme. Dreck ist so gut wie nicht zu finden. In die Verteilerkästen schau ich dann auch meist noch rein. Da ist quasi auch nix zu finden.

          Ein Rohr-Reinigungsset von Helios hab ich nicht, und ich denke ich werde das auch in den nächsten 5-10 Jahren nicht brauchen wenn das so wie bisher weiter geht. Mal schauen.

          Ich muss aber auch dazu sagen: Unsere Lüftungsanlage hat so wenig wie möglich Betriebsstunden: Wenn tagsüber keiner im Haus ist, schaltet die KNX Steuerung die Lüftung komplett aus. Die Anlage läuft nur wenn sich jemand im Haus befindet und „fix“ wenn es zwischen 22:00 und 08:30 ist. Ansonsten ist sie aus (das spart nochmal Strom und verlängert die Filterlaufzeit). Die Raumluft hat unter diesem Setup bisher noch nicht gelitten (hab das mit diversen VOC Sensoren mal gegen gemessen…)

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