VELUX Raumluftfühler: Ein Zwischenstand

Nach ein paar Tagen mit dem Sensor habe ich nun erste Erfahrungen gesammelt:

Wie bereits im letzten Artikel beschrieben, habe ich den Sensor einfach mal in die KWL gehängt und gemessen, was von den Räumen so abgesaugt wird.

Das Ergebnis ist kaum durchwachsen: 500..600ppm werden gemessen. Tags wie Nachts. Nur wenn es z.B. durch Duschen eine zusätzliche „Belastung“ gibt, geht der Wert nach oben: Mehr als 2000ppm sind dann recht schnell zu messen. Aber der Wert fällt auch wieder.

Ob jetzt die Schnitzelpfanne auf dem Herd die Werte ebenfalls in die Höhe jagt konnte ich noch nicht messen. Stattdessen hatte ich versucht den Sensor mal umzuplatzieren. Dabei ist mir aufgefallen dass ich einen Fehler gemacht hatte:

Der Sensor hing in der Abluft-Leitung im Gerät, aber vor dem Luftfilter. Beim nächsten Geräteöffnen ist mir aufgefallen, dass ein leichter Staubfilm den Sensor umgab. Den hatte ich dann mit dem Finger „abgewischt“. Dachte das stört nicht (und ich kann’s mir bis jetzt noch nicht erklären): Die Sensorwerte haben von da an verrückt gespielt. Vernünftige Messwerte waren nicht mehr zu ermitteln. Werte von >2000 trotz frischer Luft, Sprünge von 2000 runter auf 500 und wieder hoch zu 1500 und weiter zu 3000. Ich dachte schon das Ding sei kaputt. Aber vom reinen „mit dem Finger darüber wischen“??

Ich habe es gewagt das Gehäuse mit dem Skalpell zu öffnen:

 

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Drinnen steckt ein Atmel AVR ATmega32U4, wie er auch in den Arduino Leonardo oder Micro Controllern steckt. IMG_20150425_094215

Das Layout ist wenig spektakulär: Der Microcontroller, ein Quartz, ein wenig „Hühnerfutter“ in Form von Widerständen und Kondensatoren und der VOC-Sensor (das weiße Teil).

Abgedeckt ist der Sensor mit einem weißen Stück „Filterpapier“. Der Staub der Anlage sollte da nicht unbedingt hindurch kommen. Zumindest nicht der sichtbare.

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Ich habe den Fühler fast 2 Tage ins freie gehängt (unter Spannung am Lapptop mit einem 3m Verlängerungskabel durch’s gekippte Fenster), immer wieder die Option „Recalibrate Heater“ und „Reset AQL“ ausgeführt. Mit wenig Erfolg. Gestern Abend dann hat sich abgezeichnet, dass zumindest die Werte vor dem Fenster wieder mit ~500ppm erkannt werden. Also hatte ich den Sensor über nacht wieder in unser Schlafzimmer verfrachtet um nochmal aufzuzeichnen und und mit den letzten Aufzeichnungen zu vergleichen. Doch am kommenden Morgen ins Log geschaut: Werte >3000ppm 🙁

Ich habe schon mit Gedanken gespielt VELUX anzurufen und das Ding als Defekt zu melden. Aber nachdem ich den Sensor ein weiteres mal für >5min der frischen Luft ausgesetzt hatte und nochmal den „Reset AQL“ ausgeführt hatte, waren die Werte auf einmal wieder plausibel.

Meine Vermutung: Durch das „beschießen“ des Sensors mit viel ungefilterter (Staubartikel) Luft, hat sich der Sensor „verdreckt“ und musste sich erst wieder über einen langen Zeitraum „freibrennen“ (VOCs haben systembedingt eine eingebaute Heizung die auf gut über 300°C – aber auf minimaler Fläche – aufheizt).

Was toll wäre: Wenn man auf die Programmierung des Sensor einfluss hätte. Theoretisch müsste das gehen: Mehr wie drei Ausgänge für die drei LEDs, einen Ausgang für die Heizung des VOCs, sowie einen Eingang für den Messwiderstand des VOCs dürfte der AVR nicht angeschlossen haben. Der Rest ist USB.

Toll wäre eine Firmware die die USB-Schnittstelle zu einer seriellen Schnittstelle macht. Dann wäre man in Sachen auslesen und Software viel flexibler… Aber das bleibt erstmal Wunschdenken. Jetzt werde ich den Sensor noch einmal im Schlafzimmer positionieren, aber mit der Lüftungsanlage auf 4/8 statt 3/8 Lüftungsstufe. Damit will ich ausloten welche Lüftungsstufe notwendig wäre für eine 1a Luft im Schlafzimmer. Quasi die „minimalstufe“ der Lüftung für den Nachtbetrieb.

Danach werde ich wieder schauen den Sensor in die KWL einzubauen um die Lüftung damit zentral zu Regeln um den Themen Duschen, Kochen oder Geburtstagsfeier automatisiert entgegen zu treten.

Auch interessiert mich in wieweit eine Standby-Stufe (z.B. 1/8 oder ganz aus) sich im Tagesverlauf ohne Personen im Haus auf die Luft auswirkt. Stichwort: Gesunde Bau- und Möbelstoffe. Immerhin sollen die bei uns verbauten OSB4 Platten deutlich gesünder sein als die günstigeren OSB3 Platten (die man in den Baumärkten bekommt).

 

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