[UPDATE] KfW 55 und der Energieausweis

Nach etwas unglücklichen Umständen haben wir nun rund 9 Monate nach Bezug unseres Eigenheims nun den finalen Energiepass und die finale Wärmeschutzberechnung erhalten. Die erste Fassung war nach einer kleinen Änderung während der Bauphase obsolet geworden und wurde nun durch ein etwas besseres Ergebnis abgelöst.

EnergieausweisEndenergiebedarf ist die Energie, die unser Haus der Berechnung nach für die Heizung und Warmwasserbereitung verbraucht und die wir tatsächlich bezahlen müssen.

Primärenergiebedarf ist die Energie, die – im Gesamtbild gesehen – benötigt wird um das Haus zu heizen. Bei einer Gastherme wäre das dann auch die Energie die zur Herstellung und Gewinnung von Erdgas benötigt wird.

Und da wird es nun knifflig: KfW55 nach EnEV heisst: Wir brauchen nur 55% der Primärenergie des EnEV Referenzhauses (siehe Energieausweis: „Die Anforderungswerte der EnEV sind um 45,0% verschärft“).

Hier kann man nachlesen wie sich Endenergie und Primärenergie berechnen. Ganz kurz:

Endenergie Qe = Nutzenergie Qn + Anlagenverluste
Primärenergie Qp = Endenergie Qe × fp

Bei der Endenergie ist das noch recht verständlich. Nutzenergie ist das was z.B. eine Wärmepumpe an Strom braucht. Anlagenverluste verstehen sich auch von selbst.

Aber was ist bei der Primärenergie „fp„? Zitat von eben verlinkter Seite:

Der Faktor fp beinhaltet zum einen die Verluste, die bei der Bereitstellung des Energieträgers entstehen (beispielsweise Förderung, Transport, Raffination, Trocknung oder Lagerung), zum anderen enthält er auch eine politisch oder ökologisch bestimmte Komponente, die den CO2-Ausstoß der einzelnen Energieträger bewertet.

Aha. fp = Primärenergieumrechnungsfaktor. Vereinfacht gesagt: Je nach Heizsystem kommt ein anderer Faktor zum Einsatz.

Beispielsweise hat Holz einen niedrigen Wert fp = 0,2; der Wert fp = 1,1 für Erdgas liegt nahe 1, und der Wert fp = 2,6 für Strom liegt vor allem aufgrund der hohen Energieverluste zur Herstellung des Stroms aus anderen Energieträgern sehr hoch.

D.h. wenn ich mit Holz heizen würde, würde ich die Primärenergie durch den Faktor 0,2 deutlich nach unten drücken. Heize ich mit Strom, geht die Primärenergie dank des Faktors 2,6 ordentlich nach oben. Tolle Wurst. Eine holzbasierte Heizung wird also „belohnt“ und eine strombasierte Heizung wird „bestraft“.

Jetzt baut man ja ein vermeintlich energieeffizientes Haus nach KfW 70 bis runter zu KfW 55 oder sogar KfW 40. Und der „KfW Standard“ orientiert sich an der Primärenergie…Meist wird KfW xx erreicht durch ein Heizsystem das einen günstigen fp Faktor hat (Pellet, Luftwärmepumpe, …). Ergebnis: Einen niedrigen Primärenergiebedarf, also ein vermeintlich günstig zu heizendes Haus. Doch das täuscht: Das was am Ende auf der Heizkostenrechnung steht ist nicht die Primärenergie, sondern die Endenergie.

Die auf dem Markt angebotenen KfW-Effizienzhäuser haben alle eines gemeinsam: Es ist immer eine Wärmepumpe oder ein Pelletofen vorhanden, weil es hier einen günstigen Primärenergieumrechnungsfaktor gibt (z. B. gilt für Holz = 0,2). Wenn dieselben Häuser mit z. B. einer Gastherme berechnet werden, steigen die Primärenergiewerte sehr stark an (3- bis 5-fache Werte) und es sind plötzlich keine KfW-Effizienzhäuser mehr. Wenn ein Gebäude über einen Endenergiewert von z. B. 100 kWh/m² im Jahr verfügt (Passivhaus = 15 kWh/m²a) und Sie mit Holz heizen, dann beträgt der Verbrauch an Primärenergie 20 kWh/m² im Jahr! Nur zahlen Sie leider keine Primärenergie, sondern eben Endenergie! An der Dämmung usw. wurde also nichts verändert, sondern nur am Energieerzeuger.
Oder anders ausgedrückt: Bei der Verwendung einer Gastherme wird das Gebäude nur wieder zum KfW-Effizienzhaus, indem viel mehr Dämmung eingebaut wird.

Man kann also ein „altes, verschwenderisches Haus“ mit einer Holzheizung „primärenergetisch“ aufwerten und würde rechnerisch (basierend auf der Primärenergie) besser dastehen wie ein neues, energiesparendes Haus… Verrückte Sache, oder?

Während laut der Wärmeschutzberechnung das Referenzgebäude mit einer Ölheizung mit pf=1,1 ausgestattet ist, haben wir eine Erdwärmeheizung mit pf=2,6. Das „perverse“ daran ist: rund 75% der Energie die wir für die Heizung und Warmwasserbereitung brauchen, kommt aus dem Erdreich. Der Rest ist Strom. Man sollte also meinen dass eine Erdwärmeanlage einen besonders guten Faktor hat. Aber Pustekuchen.

Dank der guten Isolation und Dämmung ist aber der Endenergiebedarf schon seeeehr niedrig, so dass da auch der schlechte pf=2,6 da nichts mehr ausrichten kann und wir dennoch bei KfW55 bleiben.

Unter’m Strich: Die Primärenergie-Angabe ist „für’n Popo“ und interessiert eigentlich nur die KfW-Bank. Was zählt und das Haus im Endeffekt auszeichnet ist die Endenergie.

Wer jetzt neu baut, muss sich also durchrechnen ob die Mehrkosten für die evtl. notwendige Dämmung um KfW xx zu erreichen sich gegenüber den günstigen KfW Krediten rechnen. In unserem Fall lag zwischen der Entscheidung KfW70 oder KfW55 nur rund 2000EUR (ich konnte es auch nicht glauben und habe extra 2x nachgefragt). Da haben wir nicht lange gefackelt und sind bei den ursprünglich geplanten KfW55 geblieben. Das ist sicherlich nicht bei jeder Hausbaufirma der Fall. Von daher ein großes Lob an die Fa. Hauck die von Haus aus schon eine sehr gute Bausubstanz bietet.

[UPDATE 11.09.2015 08:53]

Ich glaube viele Seiten und auch hier und da Wikipedia bringt die vielen „Energietypen“ durcheinander. Während oben verlinkte Seite davon spricht dass ein Passivhaus eine Endenergie von <=15kWh pro Jahr und Quadratmeter braucht, findet sich an anderer Stelle dann mehrfach die Info, dass die 15kWh sich auf den Heizwärmebedarf, kurz HWB oder als Formelzeichen qH bzw. Qh (je nachdem wo man es liest) abgekürzt. Siehe auch: Energiestandard.

In unserer Wärmeschutzberechnung steht ein Heizwärmebedarf von 36,53kWh/m²a. Das wiederum entspricht ca. KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2009).

Nach dieser Definition sind wir mit unserem Haus nach wie vor im KfW55 Standard, aber doch ein Stück weit vom Passivhaus entfernt. Ich werde mal die oben besagten Energieexperten anschreiben und um Aufklärung bitten.

Derweil habe ich den Artikel entsprechend angepasst und die offensichtlich falschen Passagen bzgl. Passivhaus entfernt.

Der Sitzplatz für das Feierabendbier – Teil 2

Es ist vollbracht: Die Trockenmauer ist fertig und nach ca. 20 weiteren Schubkarren voll Erde ist auch das „drum herum“ passend zurecht modelliert.

Die Mauer misst ca. 2m von Ende zu Ende und sollte ausreichen Platz für die Sitzgelegenheit bieten.IMG_20150904_195744[1]Der Kanaldeckel ist noch nicht zugeschüttet. Hier ist noch offen ob wir noch ein wenig Pflaster legen, oder einfach einen „schicken Schotter“ als Boden wählen.

 

Der Sitzplatz für das Feierabendbier

Lange haben wir überlegt was wir mit dem Kanaldeckel vor unserem Haus anstellen.

Die aktuelle Idee, die nun auch gerade in der Umsetzung ist, lautet: Sitzplatz anlegen …

Dazu wir der Hang nach hinten etwas abgestützt um über dem Kanaldeckel ausreichend Platz für eine kleine Sitzgelegenheit zu schaffen.

Zum abstützen des Hangs verwenden wir die übrigen Pflastersteine von der Einfahrt. Der Plan ist, diese in Trockenmauer-Manier mit etwas Versatz pro Reihe nach hinten damit die „Wand“ auch stabil steht und ausreichend den Hang stützen kann. Bis jetzt wirkt das ganze noch ein wenig wackelig, Aber die Hinterfüllung der Mauer ist auch noch nicht sauber erfolgt und je weiter es nach oben geht, desto größer will ich den Versatz machen.

Die erste Hälfte steht bereits:

IMG_20150903_065531[1]

Den Kanal habe ich mit zwei Lagen „Dampfbremse-Folie“ die als Rest vom Nachbar erstanden wurde abgedeckt und rings herum mit etwas Split verfüllt. Damit die „Mauer“ bei Regen nicht vom „Wasser das vom Erdreich drückt“ durchnässt wird und dauerhaft im Wasser steht, habe ich auch hier wieder die Noppenbahn eingesetzt.

Für den Sitzplatz wird dann der „Platz“ mit schicken Schotter und Erde bis auf das passende Niveau abgedeckt.

Für den Fall der Fälle dass man doch mal an den Kanal ran muss, hat man diesen binnen weniger Minuten freigelegt ohne groß Schaden zu hinterlassen.

Wenn das Wetter gut bleibt, folgt diese Woche der Rest der Mauer. Vermutlich nochmal 3-5 Reihen.

Als Bank folgt dann irgend etwas in dieser Art: