Arbeit für dieses Jahr eingestellt, Weihnachten Nr. 3 steht vor der Tür

Es wird Winter. Die Tage sind mittlerweile verdammt kurz, das Wetter entsprechend schlecht und kalt und das 3. Weihnachtsfest steht vor der Tür.

Die letzten Tage/Wochen hat sich hier im Blog nicht viel getan, obwohl es so einiges zu berichten gibt.

Die Randsteine im Garten bzw. Terrassenbereich sitzen ca. seit ende 06/2016. Das ganze schaut nun so aus:

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Mehr Platz schaffen

Ursprünglich war unsere Terrasse nur 3,2m breit am Haus entlang geplant. Nach einschlägiger „Beratung“ der Bauherren vor Ort hat sich heraus gestellt: Das ist zu wenig. Also musste nochmal der Bagger anrücken. Geschehen ist das bereits im September letzten Jahres, bei prima Wetter (zum Glück).

In diesem Zuge wurde auch gleich hinter der Garage mehr Platz geschaffen.

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Problem an der Sache war: Die Zufahrt hinter’s Haus für den Bauer der uns die Erde abgenommen war nur über das Grundstück der Nachbarn möglich:

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Praktischerweise musste dort aber auch Erde bewegt werden, so dass wir uns Bagger und Bauer „teilen“ konnten.

Nach rund 10h Baggern und zahlreiche Anhänger voll Erde war die Arbeit dann erledigt:

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Sieht nicht nach „besonders viel Arbeit“ aus, aber zusammen mit der Erdbewegung beim Nachbarn hat das richtig Zeit gekostet. Und es sind etliche Kubikmeter Erde weggeschafft worden.

Doch nach der Arbeit ist vor der Arbeit:

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Die Straße und Bagger waren ordentlich eingesaut. Aber wir hatten einen fleißigen Helfer 06;-)

Was war, was wird…

Ich hab den Blog nun eine Zeit lang schleifen lassen. In der Zwischenzeit hat sich aber wieder so einiges getan:

Für dieses Jahr war/ist die Terrasse bzw. die Hangbefestigung geplant. Das klingt einfach und nach „wenigen Schritten“. Aber die Realität sieht leider immer etwas anders aus:

  • Mehr Platz schaffen:
    Nochmal eine größere Erdbewegung um mehr Platz für die Terrasse und für die Abstellfläche hinter der Garage zu sorgen
  • Drainage und Regenwasserrohre legen:
    Der Hang drückt mit Wasser. Das muss abgeführt werden (Drainage). Und da die Terrasse zum Hang hin ein Gefälle bekommt (Regenwasser muss vom Haus weglaufen), muss hier auch noch eine Regenrinne berücksichtigt werden
  • Randsteine setzen:
    Die Terrasse muss ja auch irgendwie „eingefasst“ werden.
  • Fläche planieren/einebnen:
    Bevor man an der Fläche „weiter arbeiten“ kann, sollte diese tatsächlich eben sein. Das heißt: mit Mineralbeton/Recycling-Material auffüllen und verdichten
  • Hang befestigen und „begehbar“ machen:
    Mauersteine suchen, beschaffen und als Stützmauer einbauen, sowie eine Treppe von der Terrasse auf den Hang hinauf (wo später das Gartenhäuschen steht) bauen

Das ist alles ein wenig viel für einen Artikel, weswegen dieser Artikel hier nur die Übersicht dessen darstellt was sich in den letzten 6 Monaten getan hat, und auf die jeweiligen Einzelartikel verlinken wird.

Fallende Felsen

Irgendwann spät Abends/Nachts vom 17.04. auf 18.04. hat es draußen „gerumpelt“. Ich dachte noch an einen Parkrempler oder eine schwere Haustüre die deutlich zu fest zugeschlagen wurde und habe mir dabei nichts gedacht.

Als ich Abends von der Arbeit heim komme, werde ich schon von meiner Frau und den Nachbarn abgefangen: „Steine sind heruntergefallen“. „Steine?“, „Ja, die vom Nachbarn…“

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Energiesparen durch Synergieeffekte

In letzter Zeit hat sich im Haus nicht allzu viel getan. Doch es gibt dennoch eine Kleinigkeit zu berichten. Doch dazu muss ich ein klein wenig ausholen:

Neue Häuser sind Bauart und EnEV-bedingt ja schon sehr „dicht“, weshalb oftmals eine Lüftungsanlage, auch bekannt als KWL / Kontrollierte Wohnraum Lüftung.

Bei der Wahl des Gerätes schaut man auf die Größe (reicht die Leistung für das Haus?), die Filter (kann man die selbst wechseln? Wie oft muss man die wechseln? Was kosten die Filter) und – sofern man es nicht vergisst – den Strombedarf des Geräts.

Spricht man die Bauherren auf das Thema Heimautomatisierung an, so wird das Thema oftmals mit den Kosten für so ein System beerdigt.

Ja, ein System wie KNX kostet erstmal Geld. Und primär bringt es erstmal „Komfort“. Aber wenn man es geschickt anstellt, hilft es sekundär auch beim Energiesparen.

Und hierfür möchte ich ein kleines Beispiel zeigen:

Unsere Lüftungsanlage läuft auf Stufe 3 von 8. Das reicht für uns aus um für frische Luft zu sorgen (habe ich mit zwei VOC Sensoren und einem Hygrometer geprüft). Auf diesem Lüftungslevel braucht die Anlage ca. 37.5 Watt.

Rechnet man das auf den Monate Januar hoch, so beläuft sich die Stromrechnung auf 27,9kWh. Bei einem Strompreis von sagen wir 24cent/kWh macht das knapp 6,70EUR Stromkosten pro Monat. Pro Jahr dann ca. 80EUR.

Das ist, wie ich finde, ein nicht unerheblicher Stromkostenanteil, rein für die Lüftungsanlage.

Nun, hat man ein KNX System (oder ein anderes, ähnlich flexibles System) im Haus, so kann man aus den diversen Sensoren und Schaltlogiken stromsparende Synergieeffekte nutzbar machen.

Wir haben bei uns z.B. die meisten Lichter im Haus über sogenannte Präsenzmelder (kurz PM, die sind ein wenig empfindlicher als „normale“ Bewegungsgmelder) gesteuert. Damit vergisst man eher weniger das Licht aus zu machen wenn man den Raum verlässt. ABER man kann damit auch nachvollziehen ob sich jemand im Haus befindet oder nicht.

So nutzen wir die PMs auch für die Lüftungsanlage: Wenn keine Bewegung im Haus registriert wird, wir die Lüftungsanlage abgeschaltet. Da Nachts – wenn alle schlafen – die PMs ebenfalls keine Bewegung registrieren, aber dennoch jemand im Haus ist, läuft ab 21:00 bis 08:00 ein Zeitprogramm. Kurzum:

Zwischen 21:00 Abends und 08:00 morgens ist die Lüftungsanlage auf Dauerbetrieb (Stufe 3 von 8) und in der restlichen Zeit ist das abhängig von der Präsenz im Haus.

Randnotiz: Man möge jetzt argumentieren, dass die Luft durch Ausdünstungen der Möbel etc. auch ohne Anwesenheit im Haus schlechter wird und man, wenn man heim kommt, vor schlechter Luft im Haus steht. Ich hab das wie gesagt mit VOC Sensoren und der eigenen Nase gemessen. Alles gut und im grünen Bereich. Man „riecht“ keinen Unterschied zwischen Dauer-AN und „Smart“-AN.

Im Monat Januar 2016 haben wir so, statt 27,9kWh bei einer „unsmarten Installation“ lediglich 20,88kWh Strom für die Lüftungsanlage benötigt. Das heisst, wir haben rund 187 Stunden (im Schnitt ca. 6h am Tag) lang die Lüftungsanlage abgeschaltet und damit rund 25% Strom gespart.

Im Monat spart das circa 1,70EUR, im Jahr dann immerhin rund 20,20EUR.

Für sich allein gesehen ist das nicht viel. Aber:

  1. Das ist nur ein Beispiel von vielen Möglichen für eine smarte Lösung.
  2. „Kleinvieh macht auch Mist“: 20EUR gespart sind 20EUR gespart.
  3. Die „Mehrkosten“ für diese Lösung belaufen sich auf einmalig rund 5EUR. Das ganze rechnet sich also bereits nach 3 Monaten (sofern KNX schon vorhanden).

Durch den Einsatz von VOC Sensoren, kann man sicherlich noch mehr als „nur“ 25% Energieeinsparung bei der Lüftungsanlage rausholen. Aber die Sensoren wollen auch bezahlt werden. Und da muss man dann 2x rechnen ob sich der „Aufwand“ rechnet.

Weitere Einsparideen:

  • Wenn man PV auf dem Dach hat: Geräte smart steuern in Bezug auf die aktuell vorhandene Sonnenenergie
  • Bei Fenster auf -> Lüftung aus (erfordert Fensterkontakte –> haben wir)
  • Intelligente Jalousiesteuerung, welche die solare Energie der Sonne durch die Scheiben optimal nutzt wenn es draußen kälter ist als drinnen („Sonnenstandsgeführte Lamellensteuerung unter Berücksichtigung der Raumtemperatur“ –> haben wir)
  • Präsenzgesteuerte Warmwasser-Zirkulationspumpen (wir haben keine Zirkulationsleitungen, da die Leitungswege eh schon so kurz sind, aber ein Freund macht das so)

Aufbau einer Erdwärmeanlage

In meinem Artikel „Erdwärmeheizung: Verbrauchsbeispiel“ erreichte mich ein Kommentar:

Hallo.

Vielen Dank für deinen informativen Blog, ich finde deine Beiträge sehr gelungen. Wir wollen 2016 ebenfalls bauen, ein KFW 70 Haus mit Erwärmeheizung. Nun rät uns unser Fachplaner aber plötzlich zu einem bivalenten Heizbetrieb mit Nano-Bhkw oder Gastherme aufgrund seiner Meinung nach enormen Stromkosten für Warmwasserbereitung. Wie habt ihr das gelöst, heizt ihr noch zu oder verlasst ihr euch einzig auf die Wärmepumpe und deren Heizstab?

Um ehrlich zu sein, ich war ein wenig geschockt. Nicht vom Kommentar, sondern von der offenbaren Unsicherheit die sein Fachplaner da verbreitet hat. Weiterlesen

Das Passivhaus-Mysterium

Wie meinem Beitrag [UPDATE] KfW 55 und der Energieausweis zu entnehmen ist, scheinen selbst die Experten sich nicht 100% einig zu sein wie sich ein Passivhaus definiert.

Das Problem war: Die von mir zuerst konsultierte Seite bzgl. der Frage „Wie definiert sich ein Passivhaus“ schreibt auf Ihrer Seite:

Zum Vergleich: Ein Passivhaus benötigt 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr an Endenergie, also die Energie, die Sie zahlen müssen!

Wikipedia formuliert das „Passivhaus“ so :

Das Passivhaus darf laut den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Darmstadt einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden (Energiegehalt von etwa 1,5 Liter Heizöl) pro Quadratmeter in einem Jahr nicht übersteigen.

Ja was denn nun? Endenergie oder Heizwärmebedarf? Das sind ja zwei paar Schuhe. Ich kann 15kWh Heizwärmebedarf durchaus mit weniger als 15kWh Endenergie erzeugen. Beispielsweise durch Wärmepumpen. Da kommt dann ein Teil (1/4 bis 1/3) an Energie aus der Umwelt, der Rest ist Strom (die Endenergie).

Schauen wir doch aber mal was dass Passivhausinstitut Darmstadt selbst dazu schreibt:

Der Heizenergieverbrauch eines Passivhauses liegt mit um 1,5 l-Heizölgleichwert je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr …

Endenergie, Heizwärmebedarf und jetzt auch noch Heizenergieverbrauch mit Heizölgleichwert? *Bahnhof*

Heizwärmebedarf ist der Wärmebedarf den ich habe um mein Haus warm zu bekommen.
Endenergie ist die Energie die ich bezahlen muss um mein Haus warm zu bekommen.

Und Heizenergieverbrauch…? Bezogen auf einen Heizölgleichwert wäre das dann wieder Endenergie? Vermutlich ja, weil 1,5L Heizöl pro Quadratmeter und Jahr lässt sich ausrechnen und entspricht dem was ich tatsächlich bezahlen muss und was auch tatsächlich an Energie in die Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung hineingeflossen ist.

Unter der Voraussetzung dass man 1,5L Heizöl (pro Quadratmeter und Jahr) 1:1 und ohne Verluste in Kilowattstunden Heizenergie umrechnen kann und dabei dann 15kWh dabei rauskommen, dann ist es aber nicht mehr in jedem Fall 1:1 die Endenergie. Denn spätestens wenn man die Wärmepumpe als Wärmeerzeuger nimmt geht die Rechnung doch nicht mehr auf? Grund: Ein Teil der Wärme zur Wärmebereitung kommt aus der Umwelt und ist kostenlos. Eine Solewärmepumpe macht pi*Daumen aus 1kWh Strom (die Endenergie die bezahlt werden muss) 4kWh Wärme (die Wärme die im Haus ankommt).

Wer hat denn nun den Fehler gemacht? Die zitierten Experten, die die Angabe des Passivhausinstituts als Endenergie angenommen haben und einfach in kWh statt Liter Heizöl ausgedrückt haben?

Oder die Wikipedianer, die ebenfalls die 1,5L Heizöl in 15kWh umgerechnet, es aber Heizwärmebedarf genannt haben?

Oder das Passivhausinstitut selbst, das eine weitere Begrifflichkeit gefunden hat um sich um eine einfach zu verstehende, hieb- und stichfeste Definition zu drücken?

Es macht ja schon einen Unterschied ob ich sage: „Ich muss unter einem Wert X für die Endenergie liegen damit ich ein Passivhaus bin.“ oder „Ich muss unter einem Wert X für die zuzuführende Wärme liegen damit ich ein Passivhaus bin.“

Im ersteren Fall kann ich mit einer guten Heizung, die möglichst viel kostenlose Wärme erzeugt noch Passivhaus werden. Im letzteren Fall kann ich nur besser dämmen/isolieren und wärme Rückgewinnen um Passivhaus zu werden.

Und wenn ich es mir recht überlege, dann scheinen wohl die Wikipedianer es richtig gemacht zu haben:

Ein „Heizenergieverbrauch mit Heizöl“ kann man auch Heizwärmebedarf nennen. Denn mit weniger Heizöl wird es nicht ausreichend warm. Die Passivhausinstitut-Definition umgeformt wäre dann:

Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses liegt mit um 1,5 l-Heizölgleichwert je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr …

Laut Wikipedia hat Heizöl pro Liter 10kWh Heizwert. D.h. aus 1 Liter Heizöl extraleicht, gewinnt man 10kWh Wärme. Also Formen wir die Definition dahingehend weiter um:

Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses liegt mit 15kWh je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr …

Damit hätten die Wikipedianer in Ihrer Definition recht, und damit würde sich der oben genannte, letztere Fall ergeben, nämlich dass man nur mit besser dämmen/isolieren zum Passivhaus wird.

Und damit hätte die oben genannte Expertenseite unrecht.

Wie im Eingangs erwähnten Ursprungsbeitrag nachzulesen ist, hatte ich die „Experten“ angeschrieben und um Aufklärung gebeten. Bis heute ist nicht geschehen. Keine Emailantwort, keine Änderung der Seite.

Bleibt einem doch wieder nur die Erkenntnis: Wenn man nicht alles selbst recherchiert und nachprüft…

Sowie: Dieses alte Denken „in Litern Heizöl“ ist verwirrend.

 

[UPDATE] KfW 55 und der Energieausweis

Nach etwas unglücklichen Umständen haben wir nun rund 9 Monate nach Bezug unseres Eigenheims nun den finalen Energiepass und die finale Wärmeschutzberechnung erhalten. Die erste Fassung war nach einer kleinen Änderung während der Bauphase obsolet geworden und wurde nun durch ein etwas besseres Ergebnis abgelöst.

EnergieausweisEndenergiebedarf ist die Energie, die unser Haus der Berechnung nach für die Heizung und Warmwasserbereitung verbraucht und die wir tatsächlich bezahlen müssen.

Primärenergiebedarf ist die Energie, die – im Gesamtbild gesehen – benötigt wird um das Haus zu heizen. Bei einer Gastherme wäre das dann auch die Energie die zur Herstellung und Gewinnung von Erdgas benötigt wird.

Und da wird es nun knifflig: KfW55 nach EnEV heisst: Wir brauchen nur 55% der Primärenergie des EnEV Referenzhauses (siehe Energieausweis: „Die Anforderungswerte der EnEV sind um 45,0% verschärft“).

Hier kann man nachlesen wie sich Endenergie und Primärenergie berechnen. Ganz kurz:

Endenergie Qe = Nutzenergie Qn + Anlagenverluste
Primärenergie Qp = Endenergie Qe × fp

Bei der Endenergie ist das noch recht verständlich. Nutzenergie ist das was z.B. eine Wärmepumpe an Strom braucht. Anlagenverluste verstehen sich auch von selbst.

Aber was ist bei der Primärenergie „fp„? Zitat von eben verlinkter Seite:

Der Faktor fp beinhaltet zum einen die Verluste, die bei der Bereitstellung des Energieträgers entstehen (beispielsweise Förderung, Transport, Raffination, Trocknung oder Lagerung), zum anderen enthält er auch eine politisch oder ökologisch bestimmte Komponente, die den CO2-Ausstoß der einzelnen Energieträger bewertet.

Aha. fp = Primärenergieumrechnungsfaktor. Vereinfacht gesagt: Je nach Heizsystem kommt ein anderer Faktor zum Einsatz.

Beispielsweise hat Holz einen niedrigen Wert fp = 0,2; der Wert fp = 1,1 für Erdgas liegt nahe 1, und der Wert fp = 2,6 für Strom liegt vor allem aufgrund der hohen Energieverluste zur Herstellung des Stroms aus anderen Energieträgern sehr hoch.

D.h. wenn ich mit Holz heizen würde, würde ich die Primärenergie durch den Faktor 0,2 deutlich nach unten drücken. Heize ich mit Strom, geht die Primärenergie dank des Faktors 2,6 ordentlich nach oben. Tolle Wurst. Eine holzbasierte Heizung wird also „belohnt“ und eine strombasierte Heizung wird „bestraft“.

Jetzt baut man ja ein vermeintlich energieeffizientes Haus nach KfW 70 bis runter zu KfW 55 oder sogar KfW 40. Und der „KfW Standard“ orientiert sich an der Primärenergie…Meist wird KfW xx erreicht durch ein Heizsystem das einen günstigen fp Faktor hat (Pellet, Luftwärmepumpe, …). Ergebnis: Einen niedrigen Primärenergiebedarf, also ein vermeintlich günstig zu heizendes Haus. Doch das täuscht: Das was am Ende auf der Heizkostenrechnung steht ist nicht die Primärenergie, sondern die Endenergie.

Die auf dem Markt angebotenen KfW-Effizienzhäuser haben alle eines gemeinsam: Es ist immer eine Wärmepumpe oder ein Pelletofen vorhanden, weil es hier einen günstigen Primärenergieumrechnungsfaktor gibt (z. B. gilt für Holz = 0,2). Wenn dieselben Häuser mit z. B. einer Gastherme berechnet werden, steigen die Primärenergiewerte sehr stark an (3- bis 5-fache Werte) und es sind plötzlich keine KfW-Effizienzhäuser mehr. Wenn ein Gebäude über einen Endenergiewert von z. B. 100 kWh/m² im Jahr verfügt (Passivhaus = 15 kWh/m²a) und Sie mit Holz heizen, dann beträgt der Verbrauch an Primärenergie 20 kWh/m² im Jahr! Nur zahlen Sie leider keine Primärenergie, sondern eben Endenergie! An der Dämmung usw. wurde also nichts verändert, sondern nur am Energieerzeuger.
Oder anders ausgedrückt: Bei der Verwendung einer Gastherme wird das Gebäude nur wieder zum KfW-Effizienzhaus, indem viel mehr Dämmung eingebaut wird.

Man kann also ein „altes, verschwenderisches Haus“ mit einer Holzheizung „primärenergetisch“ aufwerten und würde rechnerisch (basierend auf der Primärenergie) besser dastehen wie ein neues, energiesparendes Haus… Verrückte Sache, oder?

Während laut der Wärmeschutzberechnung das Referenzgebäude mit einer Ölheizung mit pf=1,1 ausgestattet ist, haben wir eine Erdwärmeheizung mit pf=2,6. Das „perverse“ daran ist: rund 75% der Energie die wir für die Heizung und Warmwasserbereitung brauchen, kommt aus dem Erdreich. Der Rest ist Strom. Man sollte also meinen dass eine Erdwärmeanlage einen besonders guten Faktor hat. Aber Pustekuchen.

Dank der guten Isolation und Dämmung ist aber der Endenergiebedarf schon seeeehr niedrig, so dass da auch der schlechte pf=2,6 da nichts mehr ausrichten kann und wir dennoch bei KfW55 bleiben.

Unter’m Strich: Die Primärenergie-Angabe ist „für’n Popo“ und interessiert eigentlich nur die KfW-Bank. Was zählt und das Haus im Endeffekt auszeichnet ist die Endenergie.

Wer jetzt neu baut, muss sich also durchrechnen ob die Mehrkosten für die evtl. notwendige Dämmung um KfW xx zu erreichen sich gegenüber den günstigen KfW Krediten rechnen. In unserem Fall lag zwischen der Entscheidung KfW70 oder KfW55 nur rund 2000EUR (ich konnte es auch nicht glauben und habe extra 2x nachgefragt). Da haben wir nicht lange gefackelt und sind bei den ursprünglich geplanten KfW55 geblieben. Das ist sicherlich nicht bei jeder Hausbaufirma der Fall. Von daher ein großes Lob an die Fa. Hauck die von Haus aus schon eine sehr gute Bausubstanz bietet.

[UPDATE 11.09.2015 08:53]

Ich glaube viele Seiten und auch hier und da Wikipedia bringt die vielen „Energietypen“ durcheinander. Während oben verlinkte Seite davon spricht dass ein Passivhaus eine Endenergie von <=15kWh pro Jahr und Quadratmeter braucht, findet sich an anderer Stelle dann mehrfach die Info, dass die 15kWh sich auf den Heizwärmebedarf, kurz HWB oder als Formelzeichen qH bzw. Qh (je nachdem wo man es liest) abgekürzt. Siehe auch: Energiestandard.

In unserer Wärmeschutzberechnung steht ein Heizwärmebedarf von 36,53kWh/m²a. Das wiederum entspricht ca. KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2009).

Nach dieser Definition sind wir mit unserem Haus nach wie vor im KfW55 Standard, aber doch ein Stück weit vom Passivhaus entfernt. Ich werde mal die oben besagten Energieexperten anschreiben und um Aufklärung bitten.

Derweil habe ich den Artikel entsprechend angepasst und die offensichtlich falschen Passagen bzgl. Passivhaus entfernt.